Freitag, 18. September 2009

There is no place like london...

Es folgt ein längst überfälliger Reisebericht meiner allerersten Begegnung mit London... es war anno 2007 als ich sie das erste Mal sehen sollte.

Dazu muss man noch wissen, dass meine Freundin H. jahrelang versucht hatte, mir London schmackhaft zu machen, ich aber nicht so recht wollte, weil London davor noch nie weit oben auf meiner OMG-das-muss-ich-gesehen-haben-Liste stand. Eigentlich bin ich nur hingereist, weil ich unbedingt "Equus" sehen wollte... und dann war es Liebe auf den 1. Blick, zwischen mir und ... LONDON.

Tag 1

Freitags, 9.30, ging unser Flieger Richtung London. Ich hatte seit 1999 nicht mehr in einem Flugzeug gesessen und deshalb ziemlichen Schiss.
Dabei ist es nicht so, als wäre ich noch nie geflogen, ganz im Gegenteil. Ich habe auch schon Langstreckenflüge von 10 bis 12 Stunden miterlebt, aber früher habe ich mir einfach viel weniger Gedanken darüber gemacht, was so alles passieren kann. Man schert sich einfach nicht darum, wenn man jung ist. Die Sorgen, die man sich im Leben so macht, steigen aber proportional mit dem Alter. Die Unbeschwertheit der Jugend ist jedenfalls gone... :methusalem:


Das was ich am Fliegen am wenigsten mag, ist definitiv der Start, denn da ist immer diese Angst, dass wir nicht hochkommen. Sind wir einmal oben auf der jeweiligen Reisehöhe geht´s mir besser. Dann kann ich mich auch wieder mit etwas anderem beschäftigen, als meinem Sitznachbarn die Hand zu zerquetschen.

Mein Mann z. B. gehört zu jenen Menschen, die im Flugzeug zu jeder Tages- und Nachtzeit sofort einschlafen, pünktlich zum Essen wieder aufwachen und danach erneut weiterratzen. Beneidenswert so was. Mir ist das unmöglich. Meistens weiß ich nicht wohin mit meinen Beinen, außerdem muss ich die zum Schlafen ausstrecken, sonst geht schon mal gar nichts. Das einzige, was ich mitunter mal schaffe, ist ein wenig zu dösen. Nun ist man ja nach London zum Glück nicht so lang unterwegs, je nachdem von wo man in Deutschland losfliegt (in unserem Fall von Berlin) ca. 1 ½ Stunden. Da kann man sich z. B. gut mit einem Buch beschäftigten. In meinem Fall war das passenderweise Harry Potter and the Chamber of Secrets. Bei gutem Wetter besteht natürlich auch die Möglichkeit die Landschaft unter sich anzusqueen, was ich auch mit Vorliebe tue. Sonst bleibt nur zu berichten, dass sowohl der Start, der Flug und die Landung ereignis- und problemlos verliefen.

In Stansted angekommen ging das Auschecken recht fix. Einmal Pass vorzeigen, das Gepäck kam auch sofort und so machen wir uns auf den Weg, um Bahnfahrkarten zu besorgen. Glücklicherweise spricht meine Stiefschwester fließend englisch, so dass ich die armen Briten nur selten mit meinem grottigen Englisch quälen musste. Als wir die Tickets für den Zug von Stansted zur U-Bahnstation Tottenham Hale (erste Möglichkeit des Umsteigens in die Tube von Stansted aus) geholt hatten, ging es Richtung Bahnhof. Der liegt quasi so unterhalb des Flughafens. Glücklicherweise war gerade ein Zug kurz vor der Abfahrt, so dass wir, so schnell es mit unserem Gepäck ging (an dieser Stelle mal ein Lob an den Erfinder von Rollen unter dem Koffer), hinsprinteten und ihn tatsächlich noch kriegten. Sogar Plätze haben wir noch gefunden. Eingequetscht zwischen zwei Engländern und unseren Koffern hatten wir eine recht angenehme Zugfahrt.

In Tottenham fanden wir ohne Probleme die richtige Linie nach Kings Cross (stolz! immerhin fuhren wir das erste Mal mit der Tube und das Durchsteigen des U-BahnPlans ist gar nicht so einfach), so dass wir gut anderthalb Stunden nach der Landung in Stansted dort ankamen. Aber über etwas muss ich mich noch mal auslassen: Das Tagesticket, rein für die Tube, kostet pro Tag für einen Erwachsenen (nur für Zone 1+2!) stolze 5,10 Pfund (inzwischen, will heißen 2009 sind es schon 5,30 Pfund)! Im Vergleich: in Berlin kostet ein Tagesticket 2,90 € und das für ganz Berlin, soweit ich weiß. Und damals war das Pfund noch net so tief gesunken, wie es jetzt ist. Ich war rechtschaffen entrüstet! Aber es hat ja auch keiner behauptet, London wäre billich, nech?

Im Bahnhof von Kings Cross wurden wir begeistert von unserer Freundin Jenny empfangen, die von Düsseldorf aus geflogen und schon seit 7 Uhr morgens in London war. Natürlich marschierten wir gleich als Erstes, mit unserem ganzen Gepäck bewaffnet, zum Gleis 9 ¾, um Fotos zu schießen. Wir hatten sogar eine Katze dabei. Wenn auch eine sehr in die Jahre gekommene.


Nachdem jede von uns auf halbem Wege zum Hogwarts-Express leider in der Mauer stecken geblieben war, gaben wir es auf und machten uns stattdessen lieber auf dem Weg zum Hotel.


Da wir erst ab 14 Uhr einchecken konnten – es war erst Mittag –, gaben wir unsere Koffer in den Gepäckraum (Room under the stairs…ungelogen…Harry Potter lässt grüßen) und machten uns auf, die Stadt zu erkunden.

Also wieder zurück zum Bahnhof Kings Cross, der aufgrund von Bahn- und U-Bahnverkehr ein riesiger Verkehrsknotenpunkt ist.


Da wir alle etwas geschlaucht und hungrig waren, fiel schnell der Entschluss, uns einen Snack zu kaufen und zum relaxen in den Hyde Park zu fahren. Und zum Brit-Watching... Thihi. Eingedeckt mit verschiedensten Sorten Sandwiches brauchten wir eine halbe Stunde, bis wir endlich in dem riesigen Park ankamen. Flugs die Schuhe ausgezogen, in die Sonne gesetzt und erst einmal entspannt. Herr-lüsch.


Um uns herum Scharen von Engländern, die meisten äußerst leicht bekleidet. Was für unsereins Frühlingswetter ist, ist für die Briten schon Hochsommer. Flip-Flops, Tank-Tops und Shorts... so waren die meisten bekleidet. Hier und da sogar mit komplett freiem Oberkörper. Okay, zugegeben, wir hatten super Wetter, es schien die Sonne pausenlos vom Himmel und keine Wolke war zu sehen. Aber es waren trotzdem noch unter 20 Grad und es wehte auch ein kühles Lüftchen, so dass (zumindest für uns) auf jeden Fall langärmlig angesagt war. Wir kamen uns zwischen den halbnackten Briten vor wie Eskimos. Ebenfalls noch zu erwähnen, ist der grauselige Modegeschmack der Briten bzw. Londoner. Uuuuahhh... :augenkrebs:

Nachdem wir eine gute Stunde damit verbracht hatten, uns die Bäuche vorzuschlagen und nebenbei über Evolution, Diskriminierung und Religion zu diskutieren (ja...wir waren sääähr entspannt), beschlossen wir, noch ein bisschen durch den Park zu spazieren. Es war wirklich schön.




Hier und da waren ganz zutrauliche Grauhörnchen (ähnlich wie unsere Eichhörnchen nur nicht so ein buschiger Schwanz und das Fell ist grau). Hach... adorable.


Nachdem wir sie gebührend besqueet hatten, gings – wenn auch laaaangsaaaam – zurück ins Hotel. Dort flugs eingecheckt und Zimmer bezogen. Wir hatten Glück. Es war sauber und eigentlich ganz gemütlich. Man hört ja oft Horrorstorys von Londoner Hotelzimmern, wenn man nicht gerade im Savoy nächtigt (das zumindest von außen aber auch schon heruntergekommen ist). Schnell ein wenig frischgemacht und schon ging´s weiter auf Erkundungstour. Natürlemente erst mal Richtung Gielgud Theatre, um die Eintrittskarten für den nächsten Tag schon mal abzuholen.

Nachdem wir am Picadilly Circus vorbei waren, kamen wir auch durch ein kleines chinesisches Viertel und da hängen da so „nette Leckereien“ in jedem 2. Schaufenster.



Ürgs...bäääähhhh...

Kurz darauf kamen wir endlich beim Theater an und ich musste erst mal stehen bleiben, bei dem Anblick, der sich mir bot.


Waaaaahhhh.... Endlich war ich da, am (örtlichen) Ziel meiner damaligen Träume. Ich war hingerissen und überlegte kurz, ob es wohl auffallen würde, wenn ich das Banner klaute. Ich könnte es über mein Haus spannen. Das würde ich meinem Mann schon irgendwie erklärt kriegen. Hach. Großes Entzücken meinerseits.

Nachdem die Karten abgeholt und sicher verstaut waren (Schatz!), ging es Richtung Westminster. Nachdem wir uns einen der besten Kaffees geholt haben, den ich je getrunken habe (Nero´s Coffee! Ungedingt probieren!!!), waren wir nur noch am Staunen. Ich lasse hier einfach mal ein paar Fotos wirken. Es ist alles so gewaltig und imposant, dass macht schon Eindruck, jawoll.






Leider war an diesem Tag eine Messe in Westminster Abbey, so dass wir nicht in die Kirche hinein konnten (wir wussten damals noch nicht, dass man trotzdem rein darf, wenn man nur so schlau ist zu sagen, dass man an der Messe teilnehmen möchte. Dann braucht man übrigens auch nix zu bezahlen). Wir beschlossen also, am nächsten Tag wieder zu kommen und begaben uns zurück ins Hotel, weil a bisserl k.o. und so... Sind halt auch net mehr die Jüngsten, gell.

Der Tag klang aus mit einer Originalverfilmung von Jane Austen´s „Emma“ mit adorable Kate Beckinsale in der Hauptrolle, die im britischen TV lief. Und die war laaaaaaannnggg.

Tag 2 folgt in Kürze...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen