Samstag, 18. Februar 2012

Mit Tag 3 in London...2008

...geht es weiter. Ich bin jetzt grad so im Flow... :)
 
Am nächsten Tag fuhren wir nach Hampsted. 


Wir sind durch die Hampsted Heath gewandert (welche riesig sind!!!), bis zum Kenwood House (kennt man aus dem Film "Notting Hill", wo Anna Scott den historischen Film dreht). Wirklich ein schönes Gebäude, allerdings nagt der Zahn der Zeit schon dran. 

 

Drinnen ist es ein kleines Museum, in dem noch die historische Einrichtung erhalten ist (die Bibliothek des Hauses ist eeeecht beeindruckend. Auch will!) und es sind außerdem viele Gemälde ausgestellt.

 
 
 
 
Danach ging es zum Highgate Cementary, da ich gelesen hatte, dass er sehr sehenswert ist. Es gibt dort den Ost- und den Westfriedhof. Die Ostseite kann man für 3 Pfund besichtigen und allein zwischen den Gräben herumlaufen. Dort liegt übrigens auch Karl Marx begraben (wen es interessiert). Die Ostseite sollte zwar nett sein, aber ich hatte ebenfalls gelesen, dass die Westseite das Highlight war. Die kostete allerdings 5 Pfund (inzwischen 7) Eintritt und man konnte sie nur mit einer Führung besichtigen. Also kurz überlegt, was machen wir den nu? Haben uns dann trotz allem für die Westseite entschieden und was soll ich sagen... besser hab ich 5 Pfund noch nie angelegt.

Es war der Hammer! Der Friedhof ist schon sehr alt, mit Gräbern, die mit lebensgroßen Engel oder keltischen Kreuzen versehen waren. Es gab außerdem Mausoleen und Grüfte und all das im lichten Schatten von Bäumen und anderem Gewächs. Bärlauch z. B. wucherte da richtig. Ich bin ja an sich kein großer Fan von Friedhöfen, denn ich fühle mich dort immer irgendwie beobachtet und sääähr unbehaglich. Hier war das komplett anders. Es war so wunderschön und friedlich. Die Sonne schien durchs lichte Blätterdach, die Vögel zwitscherten, aber sonst herrschte wundervolle Stille. Ich hätte stundenlang darin herumwandern können. Aber war ja leider ohne Führer nicht erlaubt. *soifz*

Nun ja, man muss natürlich auch sehen, dass der Friedhof bei weitem nicht so wäre, wie er ist, wenn da täglich unzählige Menschen allein herinnen rumspazieren würden. Ich habe unzählige Fotos geschossen. Die schönsten habe ich hier bereits gepostet.

Die Führung war übrigens sehr interessant. Die Dame sprach ein absolut akzentfreies, deutliches Englisch, so dass ich ohne Schwierigkeiten alles verstehen konnte. Unsere Gruppe war relativ klein, wir waren nur 13 Leute, wobei der Großteil aus Deutschland kam. Wir hatten allerdings auch jemand aus Neuseeland dabei. 

Der Friedhof ist auch immer noch aktiv, unsere Führerin erzählte uns, dass es ca. 1 Beerdigung pro Woche gäbe. Leider kostet es ungefähr 1000 Pfund pro Tag, um den Friedhof zu erhalten, weshalb auch um Spenden gebeten wurde. Ich muss sagen, ich habe sehr gerne etwas gegeben, denn so etwas so Schönes muss einfach erhalten werden. Dieser Friedhof war das Highlight meiner bisherigen Besuche in London, soviel steht fest. 
 
Nach so viel Besinnlichkeit und Ruhe war es wieder mal Zeit für viele, viele Menschen, welche man z. B. in der Nation Gallery treffen kann. Das tolle an London ist, dass die meisten Museen kostenlos sind. Finde ich erstaunlich, aber natürlich auch super tollig. Obwohl uns vom vielen Laufen echt schon die Füße brannten, wollten wir uns die Gallery unbedingt noch anschauen. 

Es hat uns auch wirklich sehr viel Freude gemacht, obwohl wir natürlich bei weitem nicht alles geschafft haben. Und ich persönlich finde, dass einige berühmte Maler überschätzt werden. Ich finde die Werke von z. B. Rembrandt und da Vinci jetzt nicht unbedingt überragend, da gab es in meinen Augen aber bessere, die nicht ganz so bekannt sind. Hohlbein, der Jüngere, z. B. Ich kannte schon Bilder von ihm aus dem Berliner Museum und war schon dort bass erstaunt. Seine Bilder sind so lebensecht, fast wie Fotos. Sehr beeindruckend. Und er beherrschte auch schon die Illusionsmalerei. Leider waren nur sehr wenige Bilder von ihm da, da war ich dann doch ein wenig enttäuscht. 

Am meisten bewegt hat mich allerdings ein Bild von Rubens, namens „Massacre of the innocents“. Es stellt die Tötung der einjähren Knaben dar, die, wenn ich mich recht erinnere, Kaiser Herodes angeordnet hatte, weil er Angst hatte, der Messias sei darunter. Auf diesem Bild waren Frauen mit ihren Babys zu sehen und Soldaten, die versuchten sie ihnen zu entreißen. Das Bild war sehr detailgetreu und so lebensecht, dass es wirklich so schrecklich rüberkam, wie der Maler es wohl beabsichtigt hat. Ich habe mit den Tränen kämpfen müssen und dabei bin ich nicht mal eine Mutter. Ich war so geschockt von dieser Szenerie, dass ich mich nicht davon wegrühren konnte. Ich habe bestimmt eine Viertelstunde davor gesessen und es angeschaut. Noch nie habe ich erlebt, dass mich ein Gemälde so berührt.


Leider wurden alle Besucher um 10 vor 18 Uhr aus dem Museem gescheucht (und wenn ich sage gescheucht, dann meine ich das auch), weil um 18 Uhr Schicht im Schacht war. Wir sind dann zurück ins Hotel und wollten eigentlich noch was essen bzw. in ein Pub gehen. Aber unsere Füsse haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie wollten nicht mehr und als wir erstmal auf dem Bett lagen, konnten wir sie nicht überreden, mehr als 10 Schritte zu tun.

Leider hatten wir noch nichts gegessen und auch nichts eingekauft. Aber...und nun kommt noch ein Pluspunkt... unser Hotel hat ein eigenes Restaurant und man kann sich für 2,50 Pfund extra auch etwas aufs Zimmer bringen lassen. Leider war das Restaurant an dem Tag geschlossen, aber es gibt noch eine Notlösung. 

Nicht weit vom Hotel befindet sich ein Bringservice, der alle möglichen Speisen anbietet (englisch, amerikanisch, indisch, asiatisch, italinisch usw.) und auch noch erschwinglich ist. Offenbar besteht zwischen denen und dem Hotel eine Art Abmachung. Man kann dort anrufen, unter Angabe seiner Zimmernummer etwas zu essen bestellen. Dann wird das Essen von dort zur Rezeption des Hotels gebracht. Die wiederum bezahlen erstmal, schlagen das Ganze auf die Zimmerrechnung und bringen einem dann direkt das Essen aufs Zimmer bracht. Kostet auch nur 2,50 Pfund extra. Wat ein Service. Wenn man halbtot und hungrig auf dem Bett liegt und sich kaum noch rühren kann, ist das echt unbezahlbar. 

In unserem Fall wurde durch ein Versehen meine Bestellung nicht mitgeliefert. Ein Anruf bei der Rezeption und die kümmerten sich drum. Die haben dann dort noch mal angerufen und das geklärt... sehr tollig und sehr serviceorientiert. Mein Essen kam übrigens innerhalb von 10 min. hinterher.

Kommentare:

  1. Kenwood House sieht toll aus! Wenn dir sowas gefällt (die Einrichtung) und du mal in die Gegend von Cardiff kommst, schau dir unbedingt Castell [sic!] Coch an. Wunderschön bunt.
    lg K.

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  2. Wobei der Rest vom Haus gar nicht so bunt ist...die Bibliothek ist schon besonders prunkvoll. ;)

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